Freitagspredigt

PDF MP4

:
... لَا تَقْتُلُوا اَنْفُسَكُمْۜ اِنَّ اللّٰهَ كَانَ بِكُمْ رَحِيمًا

:وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ
لاَ ضَرَرَ وَلاَ ضِرَارَ

Muslime im Straßenverkehr
(03.07.2026)

Liebe Gläubige!
Eines der Hauptziele des Islam ist es, das Wohl der Menschen zu fördern und sie vor Schaden zu bewahren. Deshalb zählt unsere Religion den Schutz des Lebens, des Eigentums, des Verstandes, der Nachkommenschaft und des Glaubens zu ihren grundlegenden Prinzipien. Allah spricht im Koran: „Tötet euch nicht selbst. Gewiss, Allah ist euch gegenüber sehr barmherzig.“1 Auch unser Prophet (s) lehrte uns, anderen keinen Schaden zuzufügen.2 Diese göttliche Warnung und der prophetische Rat zeigen deutlich, dass der Mensch jedes Verhalten unterlassen muss, das sowohl sein eigenes Leben als auch das Leben anderer gefährdet oder ihnen Schaden zufügt.

Verehrte Muslime!
Im Einklang mit diesen göttlichen Maßstäben handelt ein Muslim wie in allen Bereichen seines Lebens auch im Straßenverkehr verantwortungsbewusst. Die Verkehrsregeln, die als Ergebnis schmerzhafter Erfahrungen im Fahrbetrieb aufgestellt wurden, zielen im Grunde genau darauf ab, was unsere Religion gebietet: das menschliche Leben, den Besitz und die gesellschaftliche Ordnung zu schützen. Geschwindigkeitsbegrenzungen, das Verbot der Handynutzung am Steuer, das Anlegen des Sicherheitsgurtes, die rechtzeitige Wartung des Fahrzeugs sowie das Beachten von Verkehrszeichen dienen der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Deshalb ist die Einhaltung der Verkehrsregeln von lebenswichtiger Bedeutung.

Werte Gläubige!
Allah der Erhabene und sein Gesandter (s) lehren uns, wie wir dieser Verantwortung gerecht werden können. So wird uns im Koran und in der Sunna aufgetragen, den Passanten auf der Straße keine Unannehmlichkeiten zu bereiten,3 uns maßvoll und bescheiden zu verhalten,4 unseren Zorn zu beherrschen5 und den Menschen mit Respekt zu begegnen.6 Ein Gläubiger, der sein Leben nach diesen Geboten gestaltet, hält sich im Straßenverkehr nicht nur an die Regeln, sondern wird gleichzeitig zu einem vorbildlichen Menschen, der das Leben, die Rechte und die Würde anderer achtet.

Meine Geschwister!
In diesen Tagen, in denen viele von uns ihre Verwandten in der Ferne besuchen oder in den Urlaub aufbrechen, sollten wir uns im Straßenverkehr nicht beeilen. Legen wir bei Bedarf Pausen ein und vermeiden jedes Verhalten, das unsere Sicherheit gefährdet. Vernachlässigen wir während der Reise nicht unsere Gebete. Bemühen wir uns, in den Moscheen entlang unserer Route zu beten, nach Möglichkeit Ortschaften mit muslimischer Bevölkerung zu besuchen und so unsere Reise in einen spirituellen Gewinn zu verwandeln. Vergessen wir auch nicht, vor der Abreise den Bedürftigen Sadaqa (Almosen) zu geben. Denn die Sadaqa bewahrt den Muslim mit Allahs Erlaubnis vor einem üblen Ausgang.7

Möge Allah uns vor Unfällen und Unglücken schützen. Amin.

Die DITIB-Predigtkommission


Quellen:
1 Baqara, 2/195.
2 Ibn Madsche, Ahkam, 17.
3 Muslim, Mezalim, 32.
4 Loqman, 31/18.
5 Al Imran, 3/124.
6 Loqman, 31/18-19; Hudschurat, 49/11.
7 Tirmizi, Zekat, 28.

 

2026-07-03    


Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung der DITIB reproduziert, vervielfältigt oder verarbeitet werden.

Archiv 2007-2008  | 2009-2010