
﷽
وَاعْبُدْ رَبَّكَ حَتّٰى يَأْتِيَكَ الْيَق۪ينُ
:وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ
أَللَّهُمَّ أَعِنِّى عَلَى ذِكْرِكَ وَشُكْرِكَ وَحُسْنِ عِبَادَتِكَ
Es ist Zeit, das Leben zum Ramadan zu machen
(20.03.2026)
Heute ist Freitag, der 1. Schawwal 1447. Alles Lob gebührt unserem Schöpfer und Herrn, Der uns die Freude des Festes und den Segen des Freitags zugleich erleben lässt!
Geschwister! Werte Gläubige!
Der Monat Ramadan war eine wundervolle Schule. Er wurde mit Freude empfangen, hat unsere Herzen erhellt und verlässt uns nun - inschaallah - in Zufriedenheit. Ob der Ramadan mit uns zufrieden ist, hängt davon ab, ob wir die Werte, die wir in diesem Monat gewonnen haben, auch danach weitertragen oder nicht. Mit Suhur und den gesegneten Morgenstunden, dem Fasten und den zahlreichen Weisheiten, der gemeinsamen Koran-Rezitation (Muqabele) und den Terawih-Gebeten, mit Zekat und Fitra, mit seinen Nächten und Tagen - mit all dem hat der Ramadan unser Leben verschönert.
Geschwister!
Das Ramadanfest ist kein Abschluss, sondern ein Anfang auf unserem Weg der Dienerschaft. Jetzt ist die Zeit, all das Gute, das wir im Ramadan erlangt haben, in unser Leben zu tragen. Jetzt ist die Zeit, das ganze Leben zu einem Ramadan zu machen. Denn die Aufforderung Allahs: „Und diene deinem Herrn, bis die Gewissheit (also der Tod) zu dir kommt!“1, zeigt uns, dass unsere Hingabe nicht auf einen Monat begrenzt ist, sondern ein Leben lang andauert. Ja, der Ramadan dauert einen Monat - doch die Dienerschaft währt ein Leben lang. Seht nur: Ein weiterer Ramadan ist vergangen. Doch dürfen wir nicht vergessen, dass auch unser Leben schnell vergeht. Ob wir den nächsten Ramadan erreichen werden, weiß allein unser erhabener Herr.
Werte Geschwister!
Lasst uns daher bemüht sein, die Offenbarungen Allahs bis zu unserem letzten Atemzug zu lesen, zu verstehen und zu leben. Möge unsere Verbindung zum Koran bis zum nächsten Ramadan niemals abbrechen. Das Verantwortungsbewusstsein, das wir durch das Fasten gewonnen haben, soll auch im restlichen Jahr weiter wachsen. Die Bedürftigen, um die wir uns im Ramadan gekümmert haben, dürfen wir danach nicht vergessen. Die Wärme und Geborgenheit, die wir an den Iftar- und Suhur-Tischen gespürt haben, soll unsere Häuser das ganze Jahr über erfüllen. Das starke Gemeinschaftsgefühl, das wir Schulter an Schulter in einer Gebetsreihe erreicht haben, soll sich zu einer festen und unerschütterlichen Geschwisterlichkeit entwickeln. Möge uns die innere Stärke, die wir in diesem Monat entdeckt haben, auch danach mit derselben Entschlossenheit begleiten. Das Licht, das in unseren Herzen im Ramadan aufgegangen ist, darf danach nicht wieder der Dunkelheit weichen. Besonders die Rechte unserer Mitmenschen, auf die wir in diesem Monat so achtsam geachtet haben, dürfen auch danach nicht verletzt werden. Das Fasten, das uns im Ramadan zurückgehalten hat, soll auch danach zu einem Schutzschild werden – für unsere Hände und Füße, für unsere Augen und Ohren, für unsere Zunge und unsere Worte – damit wir uns von allem Falschen fernhalten. Mögen die Werte, die wir im Ramadan gewonnen haben, uns auch danach weiter wachsen lassen und uns noch mehr an Wert gewinnen lassen.
Geschwister!
Wir befinden uns im Monat Schewwal. Bemühen wir uns, die frohe Botschaft unseres Propheten (s) zu erlangen: „Wer im Ramadan fastet und diesem (Fasten) anschließend sechs Tage im Schewwal hinzufügt, dem wird es angerechnet, als hätte er das ganze Jahr gefastet.“2 Wenn es unsere Gesundheit erlaubt, sollten wir versuchen, mit dem Fasten an sechs Tagen dieses Monats den spirituellen Geist des Ramadan in unserem Leben fortzuführen. Ich möchte meine Worte mit einem Bittgebet unseres Propheten (s) abschließen: „O Allah, hilf uns, Deiner zu gedenken, Dir zu danken und Dir auf die beste Weise zu dienen!“3 (Amin)
Die DITIB-Predigtkommission
Quellen:
1 Koran, Hidschr, 15/99.
2 Muslim, Siyam, 204.
3 Ebu Dawud, Witr, 26.