
2026-03-17 | Nachricht
Im Ramadan hat die DITIB an der Universität zu Köln auch in diesem Jahr erneut eine Iftar-Essenspakete-Aktion durchgeführt. Die Koordination übernahmen das MoscheeForum und Ihsan e.V. Das Projekt, das 2025 erstmals erfolgreich umgesetzt wurde, fand 2026 erneut statt – diesmal über 29 Tage vom 19. Februar bis 19. März 2026. Die Ausgabe erfolgte an der Philosophischen Fakultät. Unter dem Motto „Ramadan–Moschee–Leben“ stellte die Aktion Gastfreundschaft und gesellschaftliche Verantwortung im Zentrum des universitären Alltags heraus.
Unterstützung für Studierende und Beschäftigte
Der Ramadan fiel in diesem Jahr in eine Phase, in der an vielen Fakultäten Prüfungen, Abschlussarbeiten und lange Bibliothekstage den Alltag prägten. Die Ausgabe am frühen Abend ermöglichte Studierenden und Beschäftigten, das Fastenbrechen planbarer zu gestalten, und setzte zugleich ein sichtbares Zeichen praktizierter Solidarität in einem öffentlichen Bildungsraum.
Aus dem Umfeld der Universität wurde die Aktion überwiegend positiv aufgenommen. Nach Angaben der Organisatoren zeigten sich nicht nur Studierende, sondern auch akademisches und administratives Personal mit der Verteilung zufrieden. Unter den Teilnehmenden waren auch Nichtmuslime. Der Ausgabepunkt wurde für viele zu einem Ort kurzer Gespräche und angenehmer Begegnungen auf dem Weg zwischen Seminar, Bibliothek und Heimweg.
Täglich frisch zubereitet, einzeln portioniert und vakuumiert
Nach Angaben der Organisatoren wurden in diesem Ramadan insgesamt 17.806 Pakete regelmäßig in hygienisch sicherer Umgebung frisch zubereitet, als Einzelportionen verpackt und vakuumiert ausgegeben.
„Ramadan ist eine Zeit, in der Menschen näher zusammenrücken“
MoscheeForum-Direktor Murat Şahinarslan erklärte: „Ramadan ist eine Zeit, in der Menschen näher zusammenrücken – und zwar nicht nur untereinander, sondern dort, wo unser gemeinsames Leben stattfindet: in Bildungseinrichtungen, in öffentlichen Räumen, mitten in der Stadt. Die Aktion an der Philosophischen Fakultät hat gezeigt, dass es möglich ist, Brücken zu bauen, ohne zu unterscheiden. Dass sich jeder willkommen und gut aufgenommen fühlt, ist für uns ein Grundprinzip. Besonders berührt hat uns, dass manche Menschen – sogar Nichtmuslime – gefragt haben: ‚Wo kann ich dafür spenden?‘ Das zeigt, dass Solidarität Herzen erreicht. In unserer Tradition hat das Iftar-Angebot einen besonderen Stellenwert: Es ist eine Gabe ohne Gegenleistung, aus aufrichtiger Absicht – und stärkt Vertrauen und Zusammenhalt in der Gesellschaft.“
„Ramadan ist die Erziehung des Herzens“
Der DITIB Bundesvorsitzende Ramazan Ilıkkan sagte: „‚Ramadan–Moschee–Leben‘ ist für uns mehr als ein Motto; es ist eine Haltung, die das Innere formt. Ramadan ist die Erziehung des Herzens: Er lehrt, das Ego zu zügeln, das Innere zu reinigen und Barmherzigkeit nach außen sichtbar zu machen. Ramadan ruft dazu auf, Menschen ohne Ausgrenzung, mit Offenheit und Hilfsbereitschaft zu begegnen. Verantwortung beginnt in der Familie und weitet sich zu Verwandten, Nachbarn, der Gemeinschaft und der Stadt aus. Mit dieser Aktion haben wir gesehen, wie sich diese Verantwortungskette in einem öffentlichen Raum wie der Universität konkretisieren kann.
Während der Verteilung haben wir viele Menschen persönlich getroffen – junge und ältere, aus unterschiedlichen Herkunftsgeschichten; Studierende und Beschäftigte. Wenn man einem Menschen das Essen reicht und in diesem Moment ein ehrliches Lächeln sieht, erinnert das an eine zentrale Lehre unserer Religion: Gutes wirkt – gerade im Verborgenen und im Alltag. In einem Hadith wird sinngemäß überliefert: Wer einem Fastenden Iftar gibt, erhält einen Lohn wie der Fastende, ohne dass dessen Lohn gemindert wird. Dieses Bewusstsein motiviert dazu, Barmherzigkeit praktisch werden zu lassen.
In diesem Zusammenhang danke ich den Verantwortlichen der Universität zu Köln ausdrücklich. Dass die Philosophische Fakultät einen verlässlichen Rahmen geschaffen und die Umsetzung konstruktiv unterstützt hat, hat die Durchführung spürbar erleichtert. Ebenso danke ich dem MoscheeForum, unseren ehrenamtlichen jungen Helferinnen und Helfern sowie allen Unterstützenden. Solche Initiativen zeigen, wie muslimisches Gemeindeleben in Deutschland sowohl seine spirituellen Wurzeln bewahrt als auch gesellschaftlich wirksam ist.“
Zum Ende des Ramadan dankten die MoscheeForum-Verantwortlichen allen Beteiligten – insbesondere den Freiwilligen, allen Unterstützenden sowie den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern der Universität zu Köln, die die Umsetzung an der Philosophischen Fakultät ermöglicht und begleitet haben.
Impressionen: