
2026-01-14 | Botschaft
Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen.
In diesen gesegneten Tagen, in denen wir den letzten Abschnitt des ehrwürdigen Monats Recep begehen, werden wir in der Nacht von Donnerstag, dem 15. Januar 2026, auf Freitag, der 27. Nacht des Monats Recep, den Jahrestag des Ereignisses von Isra und Miradsch unseres Propheten Muhammad (Friede und Segen seien auf Ihm) begehen.
Isra bezeichnet die wundersame nächtliche Reise unseres Propheten (Friede sei mit Ihm), die er durch die Macht des Erhabenen Allahs vom Masdschid al-Harâm in Mekka zur Masdschid al-Aqsâ in Jerusalem, deren Umgebung gesegnet ist, unternahm. Diese göttliche Reise stellt die erste Phase des Miradsch-Ereignisses dar. Im Heiligen Koran wird dieses gesegnete Geschehen wie folgt erwähnt:
„Gepriesen sei Der, der Seinen Diener bei Nacht von der geschützten Gebetsstätte zur fernsten Gebetsstätte führte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, um ihm einige Unserer Zeichen zu zeigen. Gewiss, Er ist der Allhörende, der Allsehende.“
(Sure al-Isrâ, 17/1)
Der Miradsch hingegen bezeichnet die Erhebung unseres Propheten (Friede sei mit Ihm) von der Masdschid al-Aqsâ in die Himmelssphären und seine Aufnahme in die göttliche Gegenwart (Sidrat al-Muntaha). Auf dieser erhabenen Reise wurde ihm die Größe der göttlichen Macht offenbart, und er kehrte mit Barmherzigkeit und frohen Botschaften für seine Gemeinschaft zurück.
Die Ereignisse von Isra und Miradsch waren für unseren Propheten (Friede sei mit Ihm) insbesondere in einer der schwierigsten und schmerzlichsten Phasen seines Lebens ein göttlicher Trost. In Momenten der Schwäche, der Traurigkeit und der Einsamkeit schenkte Allah ihm Kraft. In Zeiten nachlassender Hoffnung wurden sie zu einer Quelle von Zuversicht, Moral und innerer Erneuerung. Diese gesegneten Ereignisse sind ein klarer Beweis dafür, dass Allah Seine Diener niemals allein lässt.
Unser Prophet (Friede sei mit Ihm) kehrte von dieser erhabenen Reise mit drei großen Gaben für seine Umma zurück (Ibn Hanbal, I, 423).
Die erste Gabe ist das fünfmalige Pflichtgebet, das als der Miradsch des Gläubigen bezeichnet wird. Es ist die tägliche Begegnung des Dieners mit seinem Herrn und ein Mittel spiritueller Erhebung.
Die zweite Gabe sind die letzten zwei Verse der Sure al-Baqara, bekannt als „Âmenerresûlü“, welche das Vertrauen des Gläubigen in seinen Herrn, sein Verantwortungsbewusstsein und seine Hingabe stärken.
Die dritte Gabe ist die Vergebung für jene, die Allah nichts beigesellen. Unabhängig von der Größe der Sünden bleibt für jene, die sich vom Götzendienst fernhalten, die Tür der Reue stets offen, und der Zugang zur göttlichen Barmherzigkeit ist möglich.
Die Botschaft des Miradsch besitzt auch für den modernen Menschen, der im Tempo und in der Komplexität der heutigen Welt erschöpft ist, eine tiefe Bedeutung. Der Miradsch ruft dazu auf, den Menschen von der Last weltlicher Sorgen zu befreien, seine Seele durch Spiritualität zu reinigen und anstelle von Spaltung und Trennung das Bewusstsein für Einheit, Zusammenhalt und Geschwisterlichkeit zu stärken. Zugleich ist er eine Einladung, sich von materiellen Bindungen zu lösen und durch Gebet und Gottesdienst eine spirituelle Erneuerung und Erhebung zu erfahren.
Diese gesegnete Nacht ist eine besondere Gelegenheit, uns mit unseren Bittgebeten und unserer Reue unserem Herrn noch weiter zu nähern. Unsere größte Hoffnung ist es, dass unsere leidtragenden Geschwister überall auf der Welt Frieden, Sicherheit und Erlösung erfahren mögen.
Mit diesen Gefühlen und Gedanken bitte ich den Erhabenen Allah darum, dass die Miradsch-Nacht unseren Herzen Frieden, unseren Seelen Glauben, unseren Häusern Segen und der gesamten Menschheit Frieden, Gerechtigkeit und Wohlergehen bringt.
Ramazan Ilıkkan
Vorsitzender DİTİB-Bundesverband