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2026-02-18 | Botschaft

Botschaft zum Ramadan

Wir erleben die tiefe Zufriedenheit, den Monat Ramadan, den Vorboten der Barmherzigkeit, Vergebung und ewigen Erlösung, erneut erreicht zu haben. Dieser gesegnete Monat, der unseren Herzen Heilung, unseren Häusern Segen und unseren Seelen Freude bringt, ist gekommen, um uns wieder zu einem „Wir“ zu formen und uns zu unserem Ursprung zurückzuführen. Willkommen sei er. Wir hoffen, dass der Ramadan uns so willkommen heißt, wie er gekommen ist, und sich mit Wohlgefallen von uns verabschiedet. Unendliches Lob und Preis sei unserem erhabenen Schöpfer, der uns zu dieser gesegneten Zeitspanne geführt hat, und Gruß und Segen seien dem Propheten der Barmherzigkeit, der uns mit dem Koran zusammengebracht hat.

Nach der Verkündigung unseres erhabenen Buches, des edlen Koran, ist der Mensch kein gewöhnliches Lebewesen, sondern ein „geehrtes“ (Mukarram) Wesen, der Ehrenvollste und Wertvollste unter den Geschöpfen. Diese Ehre ist jedoch zugleich die größte Verantwortung auf unseren Schultern. Denn gemäß unserer Religion bestimmen der Glaube, das Bewusstsein der Verantwortung gegenüber Allah und die guten Taten den Wert des Menschen.

Geehrt (Mukarram) zu sein bedeutet nicht nur, in der Erschaffung, sondern auch im Leben edel (karim) zu sein. Allah erinnert uns an dieses prophetische Maß, indem Er sagt: „Tu Gutes, so wie Allah dir Gutes getan hat.“1 Wir wissen, dass wir „die (wahre) Güte nie erreichen werden, solange wir nicht von dem spenden (hingeben), was wir lieben“.2 Wir können jene Stufe der wahren Güte, die der Koran beschreibt, nicht erreichen, solange wir nicht den Kopf eines Waisen streicheln oder zur Mahlzeit eines Hungernden werden.

Bekanntlich erleben wir den gesegneten Ramadan jedes Jahr im Rahmen eines anderen Themas, das unserem Leben eine Richtung gibt und unsere Herzenswelt erhellt. Unser diesjähriges Ramadan-Thema wurde als „Ramadan, Moschee und Leben“ festgelegt, das die Moschee, das Herz des Lebens, und den Daseinszweck des Menschen vereint. Dieses Thema erinnert uns daran: Die Haltung des geehrten Menschen ist keine Reise, die allein bestritten werden kann. Denn Allah verkündet: „Die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einander Geschwister. Sie gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche, verrichten das Gebet …“3 und teilt uns mit, dass Güte und Freundschaft erst durch das Gebet und die Gemeinschaft gefestigt werden.

Und genau diese Quelle jener Tugenden sind unsere Moscheen. Unsere Vorfahren, die ab den 1960er Jahren nach Deutschland auswanderten, errichteten inmitten der Fremde als Erstes diese sicheren Häfen. Denn sie wussten: Wo eine Moschee ist, da ist Identität; wo eine Moschee ist, da ist Einheit; wo eine Moschee ist, da ist Hoffnung. Heute sind unsere Moscheen in Deutschland – alles Lob gebührt Allah – Orte des Teilens und Zentren der Solidarität. Das Gebot „Helft einander in Güte und Gottesfurcht“4 findet seine konkreteste Entsprechung in diesen Gotteshäusern. Auch in diesem Jahr wurden die anlässlich des Ramadans in 21 Länder und in die Erdbebengebiete der Republik Türkiye gesendeten Hilfen mit dem Geist der Geschwisterlichkeit in diesen Höfen verbunden.

Seid gewiss: Jede von euch unter diesem gesegneten Dach aufrichtig erbrachte Fitre-Spende, Zakat und Sadaka sind heilige Vermächtnisse, die uns anvertraut wurden. Nach dem Prinzip der „Hilfe in Güte“ werden wir eure Gaben als Brücke der Hoffnung nutzen, um Grenzen zu überwinden und die Schwächsten unserer Gesellschaft zu erreichen.

Es ist Zeit für Güte: Kommt, lasst uns die Tugend des Gebens ohne Gegenleistung und des Teilens, also das wahre Gute, in der Moschee finden. Es ist Zeit für innere Ruhe: Befreien wir uns von allen Ängsten, die unsere Herzen bedrücken, und suchen wir jene einzigartige Seelenruhe und den Frieden in der Moschee. Es ist Zeit für Geschwisterlichkeit: Lasst uns als gläubige Männer und Frauen daran erinnern, dass wir einander Freunde sind; lasst uns Schulter an Schulter die Geschwisterlichkeit in der Moschee finden. Es ist Zeit für Einheit: Lasst uns Zwist beiseitelegen und die Einheit, den Zusammenhalt und das Bewusstsein, die „beste Gemeinschaft“ (Ummah)5 zu sein, in der Moschee finden. Es ist Zeit, sich selbst zu finden: Lasst uns unser Selbst, das in der nie endenden Rastlosigkeit des Lebens verloren gegangen ist, in der von Wissen und Weisheit erfüllten Atmosphäre der Moschee wiederfinden. Kommt, lasst uns unsere Moscheen im Ramadan von Jung bis Alt füllen. Lasst uns Leben in unsere Moscheen bringen und in unseren Moscheen Leben finden. In diesem Sinne richte ich meine Bitte an Allah, den Allerbarmer: Möge dieser gesegnete Monat Ramadan uns allen Segen bringen, möge er Frieden und Geborgenheit schenken – sowohl der islamischen Welt als auch der ganzen Menschheit.

Ramazan ILIKKAN
Vorsitzender DITIB-Bundesverband

 


1. Al-Qasas, 28/77.
2. Al-Imran, 3/92.
3. At-Tauba, 9/71.
4. Al-Ma’ida, 5/2.
5. Al-Imran, 3/110.