
﷽
يَٓا اَيُّهَا الَّذ۪ينَ اٰمَنُوا كُتِبَ عَلَيْكُمُ الصِّيَامُ
كَمَا كُتِبَ عَلَى الَّذ۪ينَ مِنْ قَبْلِكُمْ لَعَلَّكُمْ تَتَّقُونَۙ
:وَقَالَ رَسُولُ اللّٰهِ صَلَّي اللّٰهُ عَلَيْهِ وَسَلَّمَ
مَنْ صَامَ رَمَضَانَ إِيمَانًا وَاحْتِسَابًا غُفِرَ لَهُ مَا تَقَدَّمَ مِنْ ذَنْبِهِ
Ramadan, Moschee und das Leben
(20.02.2026)
Verehrte Muslime!
In dem Vers, den ich soeben rezitiert habe, spricht Allah: „Gläubige! Euch ist das Fasten vorgeschrieben, wie es den Früheren vorgeschrieben wurde; auf dass ihr gottesfürchtig werdet.“1 Der Gesandte der Barmherzigkeit (s) verkündete im vorgetragenen Hadis die frohe Botschaft: „Wer im Ramadan mit aufrichtigem Glauben und in der Hoffnung auf Allahs Lohn fastet, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“2
Geschwister! Werte Gläubige!
Das Fasten, eines der fünf Grundpfeiler des Islam3, ist ein Gebot unseres Herrn. Es gilt für jeden Gläubigen, der religionsmündig ist und keinen religiös anerkannten Entschuldigungsgrund wie Krankheit oder Reise hat.4
Das arabische Wort für Fasten lautet „Sawm“ und bedeutet wörtlich „sich enthalten“ oder „sich zurückhalten“. Es meint den Verzicht auf Essen, Trinken und Geschlechtsverkehr von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang.5 Doch das Fasten ist nicht nur die Beschränkung körperlicher Bedürfnisse. Es bedeutet, den eigenen Willen unter die Führung des Glaubens zu stellen. So soll unsere Zunge gegenüber der Lüge fasten, unsere Hand gegenüber dem Verbotenen und unsere Ohren gegenüber der üblen Nachrede.
Unser Prophet (s) warnt: „Wer das Lügen und das Handeln nach der Lüge nicht unterlässt – von dem braucht Allah nicht, dass er auf Essen und Trinken verzichtet.“6 Und er sagt: „Manch Fastende haben von ihrem Fasten nichts als Hunger und Durst.“7
Verehrte Geschwister!
Den edlen Charakter und die geistige Disziplin, die wir durch das Fasten uns aneignen, vertiefen wir besonders an einem erhabenen Ort: in der Moschee, den Häusern Allahs. Das diesjährige Ramadan-Motto der DITIB lautet: „Ramadan, Moschee und das Leben.“ Diese Gebetsstätten, die mit eurer Unterstützung errichtet wurden, sind Zeichen für unseren Zusammenhalt und Geschwisterlichkeit. Moscheen sind nicht nur Orte des Gebets. Sie sind Schulen des Lebens, in denen Wissen vermittelt und guter Charakter geformt und gefördert wird. Besonders während des Ramadans nehmen unsere Moscheen eine völlig andere spirituelle Atmosphäre an. Mit Jung und Alt, mit Frauen und Männern – und besonders mit der lebendigen Freude der Kinder – wird der Ramadan in den Häusern Allahs auf einzigartige Weise erlebt.
Werte Gläubige!
Lasst uns diesen Ramadan zu einem besonderen Ramadan machen – einem Ramadan, den wir bewusst als Familien erleben. Lasst uns unsere innige Verbindung zur Moschee erneuern. Vergessen wir nicht: Die Moschee steht nicht am Rand des Lebens – sie steht in seinem Zentrum. Beleben wir unsere Moscheen mit der Freude der Terawih-Gebete und dem Segen der Muqabele. Doch wenn wir sie betreten, sollen wir nicht nur unseren Körper, sondern auch unsere Herzen mitbringen. Tragen wir die Barmherzigkeit, die Aufrichtigkeit und die Wahrhaftigkeit, die wir in der Moschee verinnerlichen, in unsere Familien, an unsere Arbeitsplätze und in unsere Gesellschaft. So wie wir das Leben in die Moschee tragen, so sollen wir die in der Moschee angeeigneten positiven Werte ins Leben hinausstrahlen.
O Allah! Mach uns zu deinen Dienern, die den Ramadan nach Deinem Wohlwollen verbringen und von ihren Sünden geläutert werden.
Die DITIB-Predigtkommission
Quellen:
1 Koran, Baqara, 2/183.
2 Buchari, Iman, 28.
3 Muslim, Iman, 21.
4 Koran, Baqara, 2/185.
5 Koran, Baqara, 2/187.
6 Buchari, Sawm, 8.
7 Ahmad Ibn Hanbel, 2/373.