Freitagspredigt

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Die Familie als Sauerstoff (Atemluft) der Gesellschaft
(17.06.2022)

Verehrte Gläubige!

Die Familie nimmt in allen Gesellschaften und Glaubenssystemen einen besonderen Platz ein; sie gilt als Quelle des Friedens und des Glücks. Gesellschaften, die nicht in der Lage sind, ihre Familienstruktur zu schützen, können nicht fortbestehen. In diesem Sinne können wir sagen, dass die Familie der Sauerstoff, also der Atem der Gesellschaft ist.

So wie die Erde ohne Bäume nicht atmen kann, können Gesellschaften ohne Familien nicht atmen. Gott sei Dank haben wir eine Familie, durch die wir noch atmen können. Die Probleme, die die Familie in ihren Grundfesten erschüttern, nehmen allerdings von Tag zu Tag zu, und heute sehen wir mit Bedauern, dass die ganze Welt an Atemnot leidet.

Meine Geschwister!

Das wertvollste Gut unserer Familie sind unsere Eltern. Sie sind unser Daseinsgrund. Es sind unsere Eltern, die uns ernähren, erziehen und großziehen. Ihre Opfer sind unzählig. Während der Vater Tag und Nacht für sein Kind arbeiten geht, trägt die Mutter es neun Monate lang in ihrem Bauch. Mutter und Vater unterbrechen ihren Schlaf für ihren Spross. Sie kümmern sich um ihr Kind, damit es nicht krank wird. Niemand liebt uns mehr und bedingungsloser als unsere Eltern. Nirgendwo anders ist es möglich, die Zufriedenheit und das Glück vorzufinden, das man im familiären Umfeld antrifft. Schauen Sie, wie unsere Pflichten gegenüber unseren Eltern in unserem Heiligen Buch, dem Koran, beschrieben werden: „Und dein Herr hat bestimmt, dass ihr nur Ihm dienen und zu den Eltern gütig sein sollt. Wenn nun einer von ihnen oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sag nicht zu ihnen: „Pfui!“ und fahre sie nicht an, sondern sag zu ihnen ehrerbietige Worte. Und senke für sie aus Barmherzigkeit den Flügel der Demut und sag: ‘Mein Herr, erbarme Dich ihrer, wie sie mich aufgezogen haben, als ich klein war’.“[1]

Verehrte Geschwister!

Das Wichtigste in der Familie sind nach unseren Eltern die Kinder, also wir. Kinder sind sowohl ein Segen als auch eine Gabe des erhabenen Allahs. Jede Mutter und jeder Vater ist für das Großziehen und die Erziehung seines Kindes verantwortlich. Es gehört zu den Hauptaufgaben der Eltern, dem Kind einen schönen Namen zu geben, es an das Pflichtgebet zu gewöhnen, ihm die Koranrezitation beizubringen, es zu gegebener Zeit zu vermählen und sicherzustellen, dass es, dem Zeitalter entsprechend, eine qualifizierte Ausbildung erhält. Aber das Wichtigste ist zweifellos eine gute, ethische Erziehung. So sagte unser geliebter Prophet: „Kein Vater und keine Mutter kann seinem Kind etwas Besseres vererben, als eine gute Erziehung.“[2]

Möge der erhabene Allah uns friedlich und glücklich mit unseren Eltern, Geschwistern und Verwandten leben lassen und uns gut und segensreich für unsere Gesellschaft, Familien und Nation machen. Amin.

 

Die DITIB-Predigtkommission

 

[1] Koran, al-Isra, 17/23-24.

[2] Tirmidhi, Birr, 33.

2022-06-17    


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