
2026-10-28 | Pressemitteilung
Köln, 28.10.2026 – Die DITIB-Antidiskriminierungsstelle (ADS) wurde im Jahr 2013 vom DITIB-Bundesverband eingerichtet, um antimuslimische Straftaten zu erfassen. Moscheen oder Einzelpersonen können hier Straftaten mit antimuslimischen Motiven melden. Insbesondere in den jährlich erschienenen Berichten zu Moscheeübergriffen wurden somit Übergriffe auf deutsche Moscheen gesammelt, sortiert und empirisch analysiert. Die Berichte wurden jedes Jahr auf der Homepage der DITIB-Antidiskriminierungsstelle als Download zur Verfügung gestellt und waren auch als Printversion erhältlich.
In einer kürzlich erschienenen Monografie werden nun die Moscheeübergriffe von 2014 bis 2023 analysiert. Ziel des Berichts ist es, aufzuzeigen und zu dokumentieren, dass die Angriffe auf Moscheen – die sichtbarsten öffentlichen Institutionen der muslimischen Gemeinschaft in Deutschland – keine Einzelfälle sind, sondern Ausdruck eines strukturellen antimuslimischen Rassismus, der durch bestimmte gesellschaftliche Haltungen, politische Diskurse und mediale Narrative genährt wird. In diesem Zusammenhang wird in der Studie zwischen Begriffen wie „Islamophobie“, „antimuslimischer Rassismus“ und „Islamfeindlichkeit“ differenziert und werden die Angriffe nicht nur in ihrer physischen, sondern auch in ihrer symbolischen und gesellschaftlichen Dimension betrachtet.
Die Monografie ist eine empirische Zusammenfassung von zehn Jahren Moscheeübergriffen und richtet sich primär an die Öffentlichkeit, Politik und Medien. Sie versucht aber auch gleichzeitig, einen Beitrag zu einer tiefergehenden wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Themenfeld des antimuslimischen Rassismus und insbesondere mit Moscheeübergriffen zu leisten.
Der Bericht unterstreicht nochmals, dass der Rechtsextremismus nach wie vor eine der größten Bedrohungen für die innere Sicherheit und den gesellschaftlichen Frieden in Deutschland darstellt. Rechtsextremismus ist nicht nur ein individuelles Radikalisierungsphänomen, sondern eine ideologische Struktur, die sich auch in institutionellen Diskursen, politischen Parteien und öffentlichen Medien wiederfindet und normalisiert hat. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Angriffe auf Gotteshäuser aus. Daher sind Angriffe auf Moscheen nicht nur ein Problem der muslimischen Gemeinschaft, sondern eine ernsthafte Gefahr für unsere Demokratie und unsere freiheitliche Gesellschaft.
Der DITIB-Vorsitzende Ramazan Ilıkkan betont nochmals, dass sich alle Akteure, die für die freie und plurale Gesellschaft stehen, noch stärker engagieren müssen:
„Die Entwicklungen in Deutschland zeigen, dass wir gesellschaftliche Probleme gemeinsam angehen müssen, um sie zu lösen und den gesellschaftlichen Frieden zu wahren.“
Die von der Antidiskriminierungsstelle (ADS) der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) veröffentlichte Monografie über die Angriffe auf Moscheen in Deutschland ist über https://zsu-shop.de erhältlich.