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2024-03-22 | Nachricht

Nachbarschaftstag in der Zentralmoschee Köln

Die Kölner Zentralmoschee lud ihre Gäste und Nachbarn zu einem Iftar-Abend ein. Mehr als 200 Gäste deutscher, türkischer und anderer Herkunft nahmen am Nachbarschaftstag in der Zentralmoschee Köln teil.

Nach einer einleitenden Rezitation aus dem Heiligen Korans, sprach Dr. Muharrem Kuzey, Vorsitzender im DITIB-Bundesverband, in seiner Begrüßungsrede den Gästen seinen Dank aus, mit so vielen Kölnerinnen und Kölner an einem Tisch zu sitzen: „Ich darf sie heute herzlich zu unserem nunmehr 5. Nachbarschaftstag in der Zentralmoschee Köln zum Ramadan begrüßen. Im Namen der Türkisch-Islamischen Union danke ich Ihnen, dass Sie unsere Einladung angenommen haben. Denn der Ramadan hat eine besonders wichtige Stellung in unserem religiösen, aber auch gesellschaftlichen Leben. Aus muslimischer Sicht ist der Ramadan der Monat der Freude, der inneren Einkehr und des Friedens. Ein Monat des Korans, der Gottesdienste und der Moscheen. Aber, das ist heute zentral: Der Ramadan ist ein Monat voller familiärer und nachbarschaftlicher Zusammenkünfte.“

Bu yıl beşincisi gerçekleştirilen ve gelenek haline gelen komşular ile iftar programı, Kur’an-ı Kerim tilavetinin ardından DİTİB Genel Başkanı Dr. Muharrem Kuzey’in selamlama konuşmasıyla başladı.

40 Jahre Nachbarschaft

Kuzey erklärte, weiter: „Das ist heute zentral: Der Ramadan ist ein Monat voller familiärer und nachbarschaftlicher Zusammenkünfte.

Denn 40 Jahre DITIB bedeuten auch 40 Jahre Nachbarschaft. Hier in Köln, hier in Ehrenfeld stand und steht unsere Moschee seit 40 Jahren. Früher und heute schon offen für jeden Menschen, aber in der Architektur erst seit dem Neubau auch so einladend, wie es unsere muslimische Gemeinschaft seit Anbeginn war.

Dies ist individuelle Verpflichtung, gesellschaftliche, sogar staatliche Verantwortung, für Verbundenheit und Gemeinschaft. Dieses Ethos des Verbindenden, des Nachbarschaftlichen und des Friedens herzustellen, ist aktuell die größte Herausforderung und Inbegriff des Ramadans. Indem wir heute alle gemeinsam an einem Iftar-Tisch in der Zentralmoschee Köln sitzen, setzen wir uns gemeinsam für gegenseitige Verantwortung, Solidarität und Gemeinschaft ein. Und wir alle gehören in unserer Verschiedenheit als unverzichtbare Teile dieser Gesellschaft zusammen.“

 

Vielfalt als Reichtum einer Gesellschaft

Kuzey wies darauf hin, dass der 21. März auch der Internationale Tag gegen Rassismus sei: „Rassismus und Diskriminierung, gegen wen auch immer sie sich richten, sind zerstörerisch für das Individuum, genauso wie für marginalisierte Gruppen und die Gesellschaft selbst. Wir brauchen eine Kultur der Toleranz, der Anerkennung und Würdigung. Denn Vielfalt ist der Reichtum einer Gesellschaft. Produziert gesellschaftliches Wissen und Erfahrungen, generiert Visionen und öffnet Wege in die Zukunftsfähigkeit.“

Kuzey machte auf die Bedeutung der Kölner Zentralmoschee und ihren Erfolg angesichts der Besucherzahlen aufmerksam: „Seit der Eröffnung der Zentralmoschee im Jahr 2017 haben hier rund 3.900 Gruppen und mehr als 170.000 Besucher im Rahmen von Führungen erlebt, allein im letzten Jahr 22.323 Besucher an. Dieser Moscheebau ist nicht nur ein Gewinn für unsere Gemeinde, sondern auch für die Stadt Köln und den Köln-Tourismus. Auch der öffentliche Gebetsruf zum Freitag, der von Frau Oberbürgermeisterin Reker und der Stadt Köln vor anderthalb Jahren ermöglicht wurde, trägt, so ist unsere Wahrnehmung, zur ehrlichen Integration – also Inklusion vor allem junger muslimischer Bürger bei. Auch dafür nochmals ein herzliches Dankeschön. Auch lobend erwähnen möchte ich die aktuelle Ramadan-Beleuchtung der Venloer Straße hier in Köln, aber auch in Frankfurt. Auch dies sind wichtige Schritte, zeigen sie doch dass Muslime längst zu dieser Stadt, zu diesem Land gehören.„

Ramadan ist wichtig für den Dialog mit der Stadtgesellschaft

Auch Frau Bettina Baum, Leiterin des Amtes für Integration und Vielfalt der Stadt Köln, wand sich in einer Grußbotschaft an die Nachbarn und würdigte darin die Anstrengungen der DITIB, sich der Stadtgesellschaft zu öffnen und in einen Dialog mit ihr zu treten. Dafür sei auch der Nachbarschaftstag eine wichtige und gute Gelegenheit.

Die Stadt Köln ist gelungenes Beispiel für Vielfalt und gesellschaftlichen Frieden

Frau Baum erklärte: Die DITIB wurde im Juli 1984 in Köln als Dachverband für die Koordinierung der religiösen, sozialen und kulturellen Tätigkeiten der in ihre organisierten Vereine gegründet. Und das macht Ihnen deutlich, DITIB und die Moschee, die Institution, sind mittlerweile fester Bestandteil der Kölner Stadtgesellschaft. Köln ist seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts von Arbeitsmigration geprägt. Wir sind eine Stadt mit großen Industrien, Chemie, Autoindustrie, Arbeitgebern und im Zuge des Anwerbeabkommens mit der Türkei im Jahr 1961 kamen viele türkische Arbeitskräfte nach Köln und eben auch Arbeitskräfte aus anderen Ländern im Rahmen anderer Anwerbeabkommen. Viele blieben dauerhaft, und das ist auch gut so. Menschen haben hier ihr ganzes Leben verbracht, haben hier gearbeitet, haben ihre Familien gegründet, Kinder besuchten die Schulen. Und viele Menschen sind geblieben und sind Teil dieser gemeinsamen Gesellschaft geworden.

Die Stadt Köln ist gelungenes Beispiel für Vielfalt und gesellschaftlichen Frieden

Frau Baum erklärte: Die DITIB wurde im Juli 1984 in Köln als Dachverband für die Koordinierung der religiösen, sozialen und kulturellen Tätigkeiten der in ihre organisierten Vereine gegründet. Und das macht Ihnen deutlich, DITIB und die Moschee, die Institution, sind mittlerweile fester Bestandteil der Kölner Stadtgesellschaft. Köln ist seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts von Arbeitsmigration geprägt. Wir sind eine Stadt mit großen Industrien, Chemie, Autoindustrie, Arbeitgebern und im Zuge des Anwerbeabkommens mit der Türkei im Jahr 1961 kamen viele türkische Arbeitskräfte nach Köln und eben auch Arbeitskräfte aus anderen Ländern im Rahmen anderer Anwerbeabkommen. Viele blieben dauerhaft, und das ist auch gut so. Menschen haben hier ihr ganzes Leben verbracht, haben hier gearbeitet, haben ihre Familien gegründet, Kinder besuchten die Schulen. Und viele Menschen sind geblieben und sind Teil dieser gemeinsamen Gesellschaft geworden.

Achtung der Menschenrechte ist eine Gemeinschaftsaufgabe Kölns

Sie erklärte weiter: Heute ist der internationale Tag gegen Rassismus, den wir jedes Jahr am 21. März begehen, unter dem Motto Menschenrechte für alle finden heute in ganz Köln Aktionen statt. an denen sich viele KölnerInnen unternehmen, Initiativen und Bündnisse beteiligen, auch die Stadtverwaltung und die OberbürgermeisterInnen. Dieser Tag soll uns alle für das Thema sensibilisieren und deutlich machen, dass es wirklich gemeinsamer Anstrengungen bedarf, um sich gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung stark zu machen. Und das diesjährige Motto, Menschenrechte für alle, unterstreicht dabei, dass die Grundrechte eines jeden Menschen zu achten und zu schützen und unter keinen Umständen verhandelbar sind. Und ich sehe in diesem Sinne auch das heutige gemeinschaftliche, nachbarschaftliche Iftar als ein Zeichen für Respekt und Wertschätzung anderer Religionen und Glaubensgemeinschaft. […] Deshalb, wie ich sagte, ist dieses heutige Nachbarschafts-Iftar besonders, weil es eben die Gelegenheit zum Kennenlernen bietet, die Gelegenheit des Austauschs, des Verstehens, der Begegnung über alle Religionen hinaus. Das gemeinsame Essen an einem gemeinsamen Tisch bringt Menschen näher zusammen, schafft Vertrauen, Zusammenhalt, letztendlich auch der Kern des Ramadans. Danke für Ihre Gastfreundschaft“

Kölner Zentralmoschee: Treffpunkt kultureller und religiöser Vielfalt

Murat Şahinarslan, Direktor des MoscheeForum, ging in seiner Rede ebenfalls darauf ein, dass sich die Kölner Vielfalt von Kultur, Religion und Ethnie zum Nachbarschaftstag an diesem Ort widerspiegelt. Auch hob er das große öffentliche Interesse an der Zentralmoschee Köln weit über Kölns Grenzen hinweg hervor: „Mit dem Neubau der Zentralmoschee Köln ist das Interesse, die Moschee zu besuchen, weltweit gestiegen. So gibt es neben den europäischen Nachbarländern viele Reisegruppen aus dem asiatischen Kontinent, die sich für die Architektur, aber auch für das muslimische Leben in Köln interessieren.“

Nach einem unterhaltsamen gemeinschaftlichen Quiz schloss der Nachbarschaftstag nah dem gemeinsamen Essen zu Iftar mit einem kurzen Konzert des Ensemble Othem/Trio.