
2026-08-24 | Botschaft
Zeit und Orte gewinnen ihren Wert durch Ereignisse, die sich in ihnen zutragen. Auch der Monat Rebi’ul-Ewwel nimmt für uns Muslime eine besondere Stellung ein. Denn am zwölften Tag dieses Monats wurde unser geliebter Prophet Muhammad Mustafa (s), der lang erwartete letzte Prophet und als Barmherzigkeit für die Welten Gesandte, geboren.
Die Gesellschaft in Mekka, in der der Prophet (s) geboren wurde und aufwuchs, war eine Gesellschaft der Unwissenheit (der Dschahiliyye). Götzendienst, Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Unterdrückung bestimmten das Leben. Zwischen den Stämmen herrschten endlose Blutrache und Feindschaften. In einer Gesellschaft, in der das Recht des Stärkeren galt, wurden die Schwachen unterdrückt und viele Menschen ihrer grundlegenden Rechte beraubt, allen voran Frauen und Mädchen. Alkohol, Glücksspiel, Prostitution und unrechtmäßig erworbener Gewinn waren weit verbreitet.
Unser geliebter Prophet (s) wurde durch seinen vorbildlichen Charakter und durch seine Eigenschaft als „el-Emin“ – der Vertrauenswürdige – ein Vorbild für die Menschen. Wie Chadidsche (r.a.) über ihn sagte, kümmerte er sich um seine Verwandten, nahm sich der Lasten jener an, die nicht in der Lage waren, ihre Angelegenheiten selbst zu bewältigen, verschaffte den Bedürftigen eine Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, nahm Gäste auf und half den Menschen.
Als der Prophet (s) schließlich das vierzigste Lebensjahr erreicht hatte, wurde ihm das Prophetentum zuteil, und das Universum wurde durch das Licht des Koran erhellt. Unser Prophet erklärte den Menschen die Existenz und Einheit Gottes, Seine Gebote, Verbote und Empfehlungen sowie die Auferstehung nach dem Tod. Er zeigte durch sein eigenes Leben, wie man Allah anbetet und welcher vorbildliche Charakter und welche gute Umgangsweise gegenüber anderen Menschen erforderlich sind. Er beseitigte die Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft, bewahrte die Würde und Ehre der Menschen und richtete sein Handeln nicht nach der Macht des Einzelnen, sondern nach dem Prinzip der Gerechtigkeitaus.
Nach dem Ende seines 23 Jahre währenden Prophetentums war von der Gesellschaft der Unwissenheit nichts mehr übrig. An ihre Stelle trat eine Gesellschaft, deren Fundament auf Gerechtigkeit, Recht und gegenseitiger Verantwortung beruhte und die aus Menschen bestand, die sich dem Frieden, der Sicherheit und dem Wohlergehen der gesamten Menschheit verpflichtet fühlten und von Barmherzigkeit und Gewissenhaftigkeit geprägt waren. Über Jahre andauernde Blutrachefehden und Feindschaften fanden ein Ende; in der Gesellschaft herrschten Gerechtigkeit, Vertrauen, Frieden und Geschwisterlichkeit.
Die zunehmenden Kriege, Ungerechtigkeiten und Unterdrückung in unserer heutigen Welt, die erbarmungslosen Angriffe auf unschuldige Menschen, Familien, die gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen, Kinder, die ihre Angehörigen verlieren und schutzlos dem Leid dieser Welt ausgesetzt sind, die Zerstörung von Gotteshäusern, Menschenrechtsverletzungen und das Streben nach Überlegenheit zeigen uns, wie sehr wir heute der Wegweisung unseres Propheten (s), seiner Barmherzigkeit, seiner verbindenden Botschaft und seines Charakters, der eine Quelle von Sicherheit und Frieden ist, bedürfen.
In diesem Sinne bietet uns die Mewlid-Nacht die Gelegenheit, uns erneut an das Leben und die Botschaft unseres Propheten (s) zu erinnern und seinen vorbildlichen Charakter in unser eigenes Leben zu tragen.
Lassen Sie uns – beginnend in unserer eigenen Familie – unseren Nachbarn, unserem unmittelbaren Umfeld und der Gesellschaft, in der wir leben, Frieden, Vertrauen und Geschwisterlichkeit entgegenbringen. Lassen Sie uns dazu beitragen, dass sich Frieden, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit verbreiten.
Mit diesen Gedanken und Gefühlen wünsche ich anlässlich der Mewlid-Nacht, die in der Nacht vom Montag, dem 24. August, auf Dienstag zum Gedenken an die Geburt unseres geliebten Propheten Muhammad Mustafa (s) begangen wird, dass die gesamte Menschheit und insbesondere die islamische Welt von seiner Botschaft, seinem Leben und seinem vorbildlichen Charakter lernen möge. Ich bitte Allah den Erhabenen darum, dass diese Nacht dazu beitragen möge, dassauf der ganzen Welt anstelle von Feindschaft Frieden, anstelle von Spaltung Einheit, anstelle von Diskriminierung Gleichheit und anstelle von Unterdrückung Gerechtigkeit herrsche.
Ramazan ILIKKAN
Vorsitzender DİTİB-Bundesverband