Freitagspredigt

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Die Menschheit wartet auf uns: Die Opferspende
(09.07.2021)

 

Meine verehrten Geschwister!

Wenn wir uns das Schulzeugnis unserer modernen Welt für “Wohltaten” anschauen, stellen wir folgendes fest: Es besteht die Gefahr, dass die Menschheit in der Klasse sitzenbleibt. So wie das COVID-19-Virus gibt es Viren, die die Zukunft der Menschheit gefährden: Vorurteile stören weiterhin das Wohlergehen und friedliche Zusammenleben in unserer Welt. Gestörte Verständnisweisen wie Verfremdung, Ausgrenzung, Diskriminierung und Egoismus gehören zu den vorrangigsten Problemen des Menschen sowie der Menschheit. Wenn wir dem noch Armut und Hunger hinzufügen, kann festgestellt werden, dass sich die Menschheit sowohl materiell als auch geistig in einer Krise befindet.

Gegenüber all diesen Problemen ist die Aufgabe eines Muslimen, seine Gefühle zum Glauben, zur Geschwisterlichkeit, zur Annäherung und zum Teilen zu mobilisieren. Unser Glaube erfordert es, Geschwister zu sein; Geschwister zu sein erfordert es hingegen, zu vergeben, zu teilen und sich anzunähern. Eine der schönsten Wege zu teilen und sich anzunähern, ist ohne Zweifel, eine Opferspende darzubieten. Unser geliebter Prophet (s) sagte folgendes: “Am Tag des Opferfestes können die Kinder Adams nichts Schöneres als Tat vollbringen als ein Opfertier zu schlachten.”1 Als DITIB laden wir sie – unsere werte Gemeinde – unter dem Motto “Teile deine Opfergabe, nähere dich deinen Geschwistern” auch in diesem Jahr ein, ihre Opferspende uns anzuvertrauen. Möge der erhabene Allah ihre Opferspenden bereits jetzt annehmen.

Meine Geschwister!

Eines Tages bekam ein Gefährter des Gesandten Allahs einen Schafskopf geschenkt. Er sagte sich folgendes: “Mein jenes Geschwister und seine Familie sind bedürftiger als wir.” Daraufhin übersandte er dieses Geschenk jenem Geschwister. Dieser wiederum übersandte es einem anderen. So wanderte dieses Schafskopf genau sieben Haushalte. Letztendlich kam es zurück bei demjenigen Gefährten, der er zuerst verschenkte, an.”2

In dieser als goldenes Zeitalter (Asr as-Saada) genannten Periode erlebten diese erlesenen Menschen die Erziehung des Gesandten Allahs. Sie versäumten es nicht, an ihre Nachbarn und an die Menschen in ihrer Umgebung zu denken. Somit erreichten sie den Gipfel der Einfühlungsvermögens und Aufopferung. Der folgende Vers und Hadis loben diesen erhabenen Geist: “Und sie (Paradiesbewohner) speisen, aus Liebe zu ihm, Arme und Waisen und Gefangene mit Speise (und sagen): „Wir speisen euch nur um Allahs willen. Wir begehren weder Lohn noch Dank von euch.“3 „Die beste Spende (Sadaqa) ist diejenige, die aufgebracht wird während man selbst bedürftig ist.“4

Meine Geschwister!

Bitte erinnern sie sich an ein Geschwister, das sie zuletzt erfreut haben! Erinnern sie sich an den großen inneren Frieden, den diese Freude in ihnen selbst hervorgebracht hat? Wir wissen, dass unser Glück im Glück von anderen verborgen ist. Niemand, der nicht andere erfreut; Niemand, der nicht anderen das Gesicht zum Strahlen bringt; Niemand, der nicht anderen zur Freude am Fest wird, kann das wahre Glück und die wahre Freude erlangen. Mit einem von ihnen gespendeten Opfertier werden sie Frieden und Sicherheit in der ganzen Welt verteilen. Mit einem von ihnen gespendeten Opfertier werden sie eine Wohltat einsäen. Mit einem von ihnen gespendeten Opfertier werden sie wohlwollende Bittgebete eines Waisen, Bedürftigen, Unterdrückten und Benachteiligten regen und empfangen. Mit einem von ihnen gespendeten Opfertier werden sie die Welt verändern und Gutes in der Welt herrschend machen.

Meine verehrten Geschwister!

Lassen sie uns auch folgendes nicht vergessen: Die Menschheit wartet auf uns. Millionen Muslime in unterdrückten und benachteiligten Regionen der Welt warten auf uns. Kommen sie folglich und lassen sie uns unsere Opfergaben spenden, damit wir unseren Geschwistern zeigen, dass sie nicht allein sind. Kommen sie und lassen sie uns denjenigen, die behaupten, dass das Gute nicht mehr auf der Welt existiere, entgegenstehen und unsere Opfergaben spenden. Kommen sie und lassen sie unsere Opfergaben spenden, damit wir durch diese unseren Glauben und unsere Frömmigkeit unter Beweis stellen. Möge der erhabene Allah uns allen die Möglichkeit gewähren, in diesem Bewusstsein zu handeln.

Ich möchte meine Freitagspredigt mit der Übersetzung des 37. Verses der Sura al-Hadsch beenden: “Niemals erreicht ihr Fleisch und ihr Blut Allah, jedoch erreicht ihn eure Frömmigkeit. Also hat er sie euch dienstbar gemacht, damit ihr Allah dafür preist, dass er euch leitete; und verkündige den Rechtschaffenen Freude.”5

 

Die DITIB-Predigtkommission

 

1 at-Tirmidhi, Adahi, 1.                                                                               
2 Elmalılı, Muhammed Hamdi Yazır, Hak Dini Kur'an Dili, Bd. VII, S. 503.
3 Koran, al-Insan, 76/8-9.
4 Abu Dawud, Zakat, 40.
5 Koran, al-Hadsch, 22/37.

 

 

2021-07-09    


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