Freitagspredigt

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Der Glaube an das Jenseits
(26.10.2018)

 

Meine Geschwister!‎

Im rezitierten edlen Vers sagt unser erhabener ‎Allah folgendes: “O Gläubige! Fürchtet Allah, und ‎eine jede Seele nehme in Acht, was sie für ‎morgen voran schickt. Und fürchtet Allah, Allah ‎kennt eure Taten.”1

Meine verehrten Geschwister!‎

Es war ein Freitag. Als unser Prophet Muhammed ‎Mustafa (s) gerade auf der Predigtkanzel stand, ‎trat ein Mann in die Moschee ein und unterbrach ‎seine Ansprache indem er fragte: “O Gesandter ‎Allahs, wann wird der jüngste Tag einbrechen?” ‎Auch wenn die Gefährten des Propheten ihm ‎andeuteten, still zu sein, wiederholte der Mann ‎dieselbe Frage drei Mal. Nachdem der Prophet ‎das Freitagsgebet beendet hatte, fragte er: “Wo ‎ist die Person, die fragte, wann der jüngste Tag ‎ist?” Dieser Mann entgegnete: “Hier bin ich, o ‎Gesandter Allahs.” Unser Prophet fragte: “Was ‎hast du für das Jenseits vorbereitet?” Er sagte: ‎‎“Ich habe nicht vieles an Taten. Aber ich liebe ‎Allah und seinen Gesandten wirklich sehr.” ‎Daraufhin sagte unser Gesandter Allahs: “Der ‎Mensch wird mit demjenigen zusammen sein, ‎den er liebt. Du wirst auch mit denen sein, die du ‎liebst.”2

Mit diesem Hadis betonte der Gesandte Allahs (s), ‎dass wir verpflichtet sind, uns auf den jüngsten ‎Tag vorzubereiten. Viel wichtiger als der ‎Zeitpunkt, wann der jüngste Tag einbrechen wird, ‎ist es, wie gut wir uns auf diesen vorbereitet ‎haben. Die Vorbereitung auf den jüngsten Tag ‎aber, führt uns dazu, ein Leben zu führen, wie es ‎Allah und sein Gesandter von uns verlangen.‎

Verehrte Gläubige!‎

In unserem edlen Buch sagt Allah, der Erhabene, ‎dass wir nicht umsonst und zwecklos erschaffen ‎wurden, nicht herrenlos sind und mit dem Tod ‎einen Neubeginn für ein völlig neues Leben ‎erfahren werden. Allah erinnert uns daran, dass ‎die Welt ein trügerischer Ort für uns ist. Er lässt ‎uns wissen, dass der Gedanke, das Leben bestehe ‎nur aus dieser Welt, die Person zur Leugnung ‎führt. Allah betont, dass ein irdisches Leben, in ‎dem das Jenseits geleugnet wird, lediglich aus ‎Spiel, Vergnügung, Angeberei und Prahlerei ‎besteht.‎

Meine Geschwister!‎

Das vergängliche irdische Leben ist ein ‎vorübergehender Aufenthaltsort auf unserer ‎Reise zum ewigen Leben im Jenseits. Wir werden ‎unsere ewige Wohnstätte, unser Jenseits, auf ‎dieser Welt erarbeiten. Während die Welt ein Ort ‎der Prüfung ist, werden im Jenseits die ‎Rechenschaft, die Waage, das Paradies und die ‎Hölle jeweils Stationen der Wahrheit und der ‎absoluten Gerechtigkeit sein. So wie wir an ‎diesem Tag für alle guten Werke belohnt werden, ‎werden wir auch für alle begangenen Sünden ‎Rechenschaft ablegen. Niemandem wird Allah ‎auch nur in der Größe eines Sandkorns Unrecht ‎antun.3‎

Wer sein Leben in diesem Bewusstsein ordnet, ‎wird sich selbstständig zur Rechenschaft ziehen. ‎Mit dem Gedanken, dass sich der Mensch vor ‎Allah für seine Taten verantworten wird, versucht ‎er, sich vom Verbotenen, von Sünden und vom ‎Bösen fernzuhalten. Er wird sich bemühen, dem ‎Bösen ein Riegel vorzuschieben und das Gute ‎anzutreiben. Eine Gesellschaft, in der sich diese ‎Überzeugung und dieses Verständnis etabliert, ‎wird sicherlich eine Gesellschaft des Friedens, des ‎Wohls und der Sicherheit sein.‎

Meine Geschwister!‎

Diejenigen, deren gute Werke auf der ‎Waagschale überwiegen, werden im Jenseits die ‎Errettung, das Heil und den Frieden erlangen. ‎Diejenigen, die weniger gute Taten haben, ‎werden ihre eigene Reue eingestehen. Lassen sie ‎uns nicht vergessen, dass das Paradies ein Garten ‎ist, dessen Saatkörner wir in dieser Welt säen ‎werden. Die Hölle hingegen ist ein Feuer, dessen ‎Flamme wir aus dieser Welt selbst mitnehmen.‎

Ich möchte meine Freitagspredigt mit diesen ‎Bittgebeten beenden:‎

‎„Andere unter ihnen sprechen: „Unser Herr, gib uns im Diesseits ‎Gutes und im Jenseits Gutes und hüte uns vor der Strafe des ‎Feuers.“4‎

‎"O Allah! Mache das Jenseits gut für mich, denn ‎ich werde ewig darin leben. Lasse mich alle ‎guten Werke im Leben vermehren. Lasse den ‎Tod Anlass für meine Errettung von allem ‎Bösen sein.“5‎

 

Die DITIB-Predigtkommission

 

1 Koran, al-Haschr, 59/18‎                      ‎
2 at-Tirmidhi, Sunan, Zuhd, 50‎    
3 Koran, al-Nisa, 4/40‎                        
4 Koran, al-Baqara, 2/201‎     ‎
5 Muslim, Sahih-i Muslim, Dua, 71‎ 

2018-10-26    


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